Allgemeines über das Zoiglbier

Was ist der „Zoigl“?

Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das nach althergebrachter Weise gebraut wird. In der offenen Sudpfanne über einem Holzfeuer wird die Maische - ein Gemisch aus Wasser und Gerstenmalz - zuerst gekocht, dann gehopft und so als „Würze“ noch einmal erhitzt. Dieser Sud kommt nun in große Behälter in den Keller, wo die Hefe Ihre Arbeit verrichtet. Nach etwa 10 Tagen Gärungszeit wird das Zoiglbier in die Fässer abgefüllt, in denen es noch mehrere Wochen ausreifen muß. 
Obwohl immer das gleiche Brauverfahren angewendet wird, schmeckt  jeder Zoigl anders, denn jeder Brauer hat sein eigenes Rezept, nach dem das Verhältnis der Zutaten bestimmt wird. Doch sogar bei ein und demselben Zoiglwirt kann es von mal zu mal Unterschiede geben. Lassen Sie sich überraschen! 
Gebraut wird der Zoigl in den Kommunbrauhäusern Neuhaus und Windischeschenbach, welche von den „Brauenden Bürgern“  finanziert und erhalten werden. Dafür muß jedes Mitglied in diesem vereinsähnlichen Zusammenschluß das sog. „Kesselgeld“, eine Art Mitgliedsbeitrag, zahlen.
Stadtwappen von Windischeschenbach

Das Zoiglbraurecht in Windischeschenbach geht bis auf das Jahr 1455 zurück.
Das
Neuhauser hingegen geht bereits bis in Jahr 1415 zurück.
Damals erhielten alle Hausbesitzer das Recht, selbst zu brauen und auszuschenken. Das Braurecht bleibt stets fest mit Haus und Grundstück verbunden, und um brauen und schenken zu dürfen, muß es auch heute noch im Grundbuch eingetragen sein.



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Was hat es mit dem „Zoiglstern“ auf sich?

Wenn Sie in Windischeschenbach oder Neuhaus den Zoiglstern außen an einer Hausmauer oder über einer Tür hängen sehen, können Sie sicher sein: Hier gibt`s Zoigl, deftige Brotzeit und eine urgemütliche Atmosphäre! Der Stern dient also einerseits als Zeichen des Bieres und des Brauhandwerks, und andererseits auch als eine Art Wegweiser und Anzeiger: Hier wird frisches Zoiglbier gezapft!
Fiedlschneiderzoiglstern
Wie Sie auf diesen Seiten sehen können sieht der Zoiglstern aus wie der jüdische Davidsstern. Beide stammen wohl vom selben Ur-Symbol ab, ihre Bedeutungen aber haben sich geschichtlich völlig getrennt voneinander entwickelt. Betrachtet man die Entwicklung zum Brau-, Bier-, bzw. Zoiglstern, so ist es aus der Geschichte ersichtlich, dass der Stern in dieser Bedeutung als Handwerkszeichen schon seit dem Mittelalter verwendet wird.
Brauerstern über dem Braukessel
Brauerstern über dem Sudkessel
Es gibt es auch Hinweise, dass das Wort „Zoigl“ vom Stern abstammt. In seiner Funktion als Zeiger - „Hier gibt`s Bier“ - hat sich der „Zeiger“ wohl mundartlich zum „Zeigel“ und dann zum „Zoigl“ entwickelt. Manche Einheimische sagen auch heute noch: „Geh`n ma am Zeigel!"




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Die „Zoiglstub´n“


Früher, zu den Entstehungszeiten des Kommunbrauens und des Zoiglbrauchtums wurde das süffige Zoiglbier einfach in der Stube, also quasi im Wohnzimmer oder besser gesagt in der Küche des jeweiligen Brauers ausgeschenkt; das Bürgerhaus wurde zum Wirtshaus.
Die gute alte Zeit
Heute ähnelt die Zoiglstube schon eher einer kleinen Gaststube, wobei das Urige und Gemütliche keineswegs auf der Strecke bleibt, zumal die Zoiglstuben auch heute nicht besonders groß sind und auch in keinster Weise auf Massentourismus oder Profit ausgerichtet sind. Oft kommt es sogar vor, daß die Gäste wegen Platzmangel in der eigentlichen Gaststube in der Küche oder anderen angrenzenden Räumen im Haus des Zoiglwirts ihr süffiges Gerstengetränk genießen dürfen.
Dies schlägt sich besonders in einer unübertroffenen urgemütlichen Atmosphäre nieder, nicht zuletzt weil man hier noch echte Oberpfälzer „Originale“ trifft, wie z.B. den „Lederer Wolf“.
Nicht selten zieht irgendein Alteingesessener Windischeschenbacher oder Neuhauser Zoiglbesucher seine „Quetsche“ (Akkordeon) hervor und man kann noch echte Volksmusik genießen und auch selbst mitsingen. Billiges volkstümliche Schlagergedudel, wie es aus Rundfunk und Fernsehen bekannt ist,  sind hier Gott sei Dank nicht zu hören!
Dass „am Zoigl“ nichts auf Masse und Profit ausgerichtet, beweisen auch die Preise mit am eindrucksvollsten: die „Halbe“ Zoiglbier, sowie deftige kalte und warme Brotzeiten sind wohl keineswegs mit herkömmlichen Preisen in einer Gastwirtschaft vergleichbar, zudem muß man noch berücksichtigen, dass man hier echte oberfälzer Spezialitäten zu nicht gerade kleinen Portionen serviert bekommt.
                    
 
Prost
Lust und Durst bekommen?
Dann nichts wie hin und Prost!
 

Wir sehen uns „am Zoigl“! 

                   
 

 
 

P.S. Sie meinen, zuviel Zoiglgenuß könnte gesundheitsschädlich sein? Völlig falsch gedacht! Schon unsere Urgroßväter und Großväter schworen auf ein traditionelles Heilverfahren: Die dreitägige Zoiglkur! Prost!
 





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